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Kreidler Tank, Andro Wekua - Workshop Report Kreidler Tank, Andro Wekua - Double Reality Kreidler Tank

New Earth   |   Evil Love   |   Jaguar       |       Gas Giants   |   Saal   |   Kremlin rules

Recording, Cask, Hall of Distant Fragrance: Tobias Levin, Electric Avenue Hamburg, 13 - 17 September 2010.   |   Additional recordings by Kreidler, Festsaal Kreuzberg Berlin, June 2010, Spreepark Studios Berlin, October 2010, and Klyne Düsseldorf, October 2010.   |   Additional editing: Alex Rojas, October 2010.   |   Mixing: Hannes Bieger, Berlin, October 2010.   |   Mastering: Bo Kondren at Calyx Berlin, 9 November 2010.   |   Published by Edition Tapete/ Bureau-B.

Workshop Report & Double Reality by Andro Wekua.

Alphabetical: Andre, Arthur, Caroline, Chrisa, Christian, Christoph, Dirk, Flo, Jan, Jett & HP, Jörg, Julika, Jutta, Ketuta, Kiki, Lea, Marc, Marcus, Mark, Martin, Max, Maxim, Maya, Micky, Nick & Ken, Nika, Nina, Parents, sisters, brothers and lovers, Petra, Philo, Ruth & Peter, Simone, Stefan, Stephan, Thea, Werner, World Cities and Citizens.

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»H'traewen evol,   |   Live raugajts.   |   Naig sag laas,   |   Selur nil merk. «

Kreidler - Tank

»A simple plan: five days recording, three days mixing. One would hope that after over fifteen years of playing together, we might have acquired a certain degree of dexterity. We call it concerted action, or stringency. In the knowledge that one can rely on the other.

Even for the last album Mosaik 2014 1 we shut ourselves into the Kreidler's own Shed in The Park studio 2 in Cologne for five days without any warm-up and began recording. In the end we wound up discarding the first pieces, but from Day Two onward there was enough on tape. The digital mixing then dragged on for twelve months, however.

This time was meant to be different. The band was geographically divided equally between Berlin (Alex Paulick, Andreas Reihse) and Düsseldorf (Thomas Klein, Detlef Weinrich). For a preparatory session, we met for three days in June in the ballroom of Festsaal Kreuzberg 3, in the capital, Berlin. The actual recordings are to take place in September 2010 at Tobias Levin's Electric Avenue Studio 4 in Hamburg. The attitude, however, remains thoroughly Rhenish.

The idea behind the simple plan, of course, is rock'n'roll – the energy of a live show captured on record. But it must sound good. Especially the drums. And Tobias Levin is the man for the job, a master of miking and a multiplier of the moment. We know what we want: first take, no shake. Followed directly by mixing in Kreuzberg with Hannes Bieger 5, namely analog, on tape. A bit of editing work was needed nevertheless, and in the end the post-production lasted eight days. But that we can live with. Easily.

So what do the pieces mean? Well, the titles may offer a few hints. A dystopia? In some places, perhaps. A positive utopia? In other places, for certain. A description of the present time? Even that. But give us a little time. It's still so fresh. We're still so close to it.

It's easier to talk about technical matters, about the distinctive compositions, and the arch they traverse, two times three over the course of the album – Kreidler think in terms of records and in the arithmetic of the great disco albums: NEU! 75, Saint Tropez or Patrick Cowley , examples from the ranks of legendary six-song albums – or talk about the unpolished wildness in Tobias Levin's studio met with the controlled artificiality of a Hannes Bieger, all mastered to the appropriate dimensions by Bo Kondren 6, or talk about the unsettling sublimity of Andro Wekua's painting 7, in which the whole thing is packaged.

Tank is a continuation of Kreidler, of course. Indeed, Tank does relate to the narrative of Mosaik 2014, but Tank also deals with the break from that narrative. And in some respects the album recalls our very first effort, Riva 8 from 1994, which may lie in the pace of its development, or the fact that we have tried to keep the structure of the pieces simple and direct, that we used the computer more as a canister, a container or a vessel and less as an operating room. And of course, the fact that Kreidler has once again become a four-piece band, a band with a clear understanding of roles: a drummer, a bassist who can also reach for the guitar, a keyboard player and a man for the electronics.«

 

Notes

1 Kreidler - Mosaik 2014
2 The Shed in The Park studio
3 Festsaal Kreuzberg, homepage
4 Tobias Levin, Indiepedia   |   Tobias Levin, discogs
5 Hannes Bieger Mixing   |   Hannes Bieger, discogs
6 Calix Mastering   |   Bo Kondren, discogs
7 Andro Wekua, wikipedia
8 Kreidler - Riva

 

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Tank in the Kreidler blog notes (in German)

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Kreidler - Tank

»Ein einfacher Plan: fünf Tage Aufnehmen, drei Tage Mischen. Man darf ja hoffen, dass man in über 15jährigem Zusammenspiel eine gewisse Fingerfertigkeit erworben hat. Konzertane Aktion nennen wir das, Stringenz. Im Wissen um die Verlässlichkeit des anderen.

Auch beim letzten Album Mosaik 2014 1 hatten wir uns fünf Tage ins bandeigene Kölner Shed in The Park Studio 2 eingeschlossen und ohne Aufwärmen begonnen, aufzunehmen. Schlussendlich hatten wir die ersten Stücke verworfen, aber von Tag zwei an war genug auf dem Band. Das digitale Mischen zog sich dann allerdings zwölf Monate hin.

Für 2010 sollte das anders sein. Die Band findet sich paritätisch verteilt zwischen Berlin (Alex Paulick, Andreas Reihse) und Düsseldorf (Thomas Klein, Detlef Weinrich).Für eine vorbereitende Session treffen wir uns im Juni drei Tage im Festsaal Kreuzberg 3. In der Hauptstadt. Die eigentlichen Aufnahmen werden im September 2010 in Hamburg in Tobias Levins Electric Avenue Studio 4 stattfinden. Die Haltung aber ist und bleibt eine rheinische.

Die Idee hinter dem einfachen Plan heißt natürlich Rock'n'Roll. Die Energie einer Liveshow auf einem Tonträger einfangen. Gut klingen aber soll es schon. Vor allem das Schlagzeug. Und Tobias Levin ist dafür der richtige Mann, ein Meister der Mikrophonierung und Multiplikator des Moments. Wir wissen, was wir wollen: First take, no shake. Anschließend Abmischen in Kreuzberg bei Hannes Bieger 5. Und zwar analog, auf Band. Ein bisschen Editierarbeit war dann doch von Nöten, am Ende dauerte die Postproduktion acht Tage. Aber damit können wir gut leben.

Und was bedeuten die Stücke nun? Nun, die Titel mögen Hinweise geben. Eine Dystopie? An manchen Stellen vielleicht. Eine positive Utopie? An anderen Stellen ganz sicher. Eine Beschreibung der Jetztzeit? Und auch das. Aber lasst uns etwas Zeit. Es ist noch so frisch. Wir sind noch so nahe dran.

Es ist leichter, über die Technik zu sprechen, über die distinktiven Kompositionen, über den Bogen, den sie schlagen, zwei mal drei auf dem Album verteilt - Kreidler denken in Schallplatte und hier in der Arithmetik großer Discoscheiben: NEU! 75, Saint Tropez oder Patrick Cowley , Beispiele aus der Riege legendärer Sechs-Song-Alben; über das ungehobelt Wilde im Studio von Tobias Levin, das auf die artifizielle Künstlichkeit eines Hannes Bieger trifft, und in angemessener Größe von Bo Kondren 6 gemastert wurde; oder über die verstörende Erhabenheit von Andro Wekuas Malerei 7, in die das Alles verpackt ist.

Tank schreibt Kreidler fort. Natürlich. Tank dockt schon an der Geschichte von Mosaik 2014 an; aber Tank thematisiert auch den Bruch. Und in gewisser Weise erinnert das Album an unseren ersten Entwurf, Riva 8 von 1994, was in der Geschwindigkeit der Entstehung begründet liegen mag, darin, dass wir versucht haben, die Struktur der Stücke einfach und direkt zu belassen, dass wir den Computer mehr als Kanister, Container oder Schiff benutzt haben und weniger als Operationssaal. Und natürlich darin, dass Kreidler wieder eine vierköpfige Band geworden ist, eine Band mit einem klarem Rollenverständnis, einem Schlagzeuger, einem Bassisten, der auch zur Gitarre greifen kann, einem Keyboardspieler und einem Mann für die Elektronik.«

 

Tobias Levin

»Ein Studio ist ein Ort mit Mikrofonen, aber keine verdammte Trickkiste«
(T. Levin, Hamburger Abendblatt, 10.08.2010)

Tobias Levin, vom Bandmusiker zum Tonstudiobesitzer, zum Produzenten.

Eigentlich wollte er nur seine eigene Gruppe Cpt. Kirk &. aufnehmen; er hat sich das Electric Avenue Studio auf der Hamburger Fleetinsel mit dem Honorar, das er als Gitarrist mit Blumfeld verdient hatte, eingerichtet. Mittlerweile ist er einer der bedeutendsten Produzenten in Deutschland geworden. Sein Geheimnis ist die künstlerfreundliche Atmosphäre, die er in seinen Räumen schafft, seine Euphorie und nicht zuletzt die Technik der Mikrofonierung, die er sich von Steve Albini abgeguckt hat. Levin war an Aufnahmen von über 100 Künstlern beteiligt, von Pop wie Coloma oder Gisbert zu Knyphausen, über Independent Rock wie Tocotronic oder Kante zu Paradiesvögeln wie Mutter oder Faust und Elektronik wie Christian Naujoks oder Felix Kubin.

Tobias Levin bei Indiepedia

 

Andro Wekua

Andro Wekua ist ein in Berlin und Zürich lebender bildender Künstler. Geboren und aufgewachsen in Sokhumi, Georgien, verliess er 1994 in Folge des Bürgerkrieges das Land und studierte Kunst in Basel, Schweiz.

Wekuas Arbeiten wirken oft wie Filmsettings, wie eingefrorene melancholische Momente aus einer längeren, verstörenden Erzählung, die in einem Niemandsland zwischen Ost und West spielt. Sie sprechen von Träumen, von Tragik, Verlust und Zerfall, aber auch von Hoffnung, Zuflucht und Geborgenheit. Seine Installationen und Filme, seine Malerei, Collagen und Zeichnungen haben etwas rätselhaftes, ritualistisches; seine Figuretten strahlen vor extravaganter Eleganz, gleichwohl sind sie beschädigt und scheinen ein bittersüßes Geheimnis zu bewahren. Wekua hat keine Angst vor großen Gefühlen, vor Nostalgie, vor Überzeichnung. Er benutzt Elemente aus der Populärkultur, aus Modemagazinen, Postkarten, Sowjetchic und Design. Bei seinen Bildfindungen schöpft er aus der persönlichen Erinnerung, wie eine glückliche Kindheit und Jugend plötzlich zerrissen wurde, nimmt die Vergangenheit zum Spielball und verwandelt sie in eine stilisierte, düster gebrochene, abstrakte Zukunftsvision, an die man als Betrachter mit der eigenen Erfahrungswelt andocken kann.

Andro Wekua bei Barbara Gladstone

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